Sonntag, 11. September 2005

Das Wildtier Igel

 

Im folgenden Beitrag finden Sie unter anderem Antworten auf die Fragen:

 

"Wie verhalte ich mich richtig wenn ich einen Igel finde?"

"Benötigt dieser Igel Hilfe?"

"Wie kann ich dem Igel am besten helfen?"

 

Bitte lesen Sie, wie Sie sich richtig verhalten können.

ALLGEMEINE INFOS über den IGEL

 

Bevor wir näher auf die Pflege und Haltung hilfsbedürftiger Igel eingehen, vorab ein paar allgemeine Infos zum Wildtier Igel. Der Igel ist ein nachtaktives Säugetier. Bevorzugt lebt er in Gegenden mit viel Sträuchern, Hecken und anderem dichten Bewuchs. Laut Gesetz steht der Igel unter Naturschutz und darf weder gejagt noch ohne triftigen Grund in Gefangenschaft gehalten werden. Es sei denn, er ist verletzt oder krank. Auch in diesem Fall ist er, nach der Genesung so schnell wie möglich wieder an der Fundstelle auszusetzen. Erdgeschichtlich gehören Igel zu den ältesten, noch existierenden Säugetierarten. Ihre Vorfahren lebten schon vor etwa 65 Millionen Jahren; sie kannten also schon die Dinos. In der jetzigen Form kennt man sie erst seit ca. 15 Millionen Jahren.

 

Bei uns lebt der Braunbrust- oder Westigel, sein wissenschaftlicher Name ist Erinaceus europaeus (Linné, 1758). Weltweit gibt es jedoch noch über 20 andere Igelarten. Wenn ein Igel tagsüber im Freien umher läuft besteht Handlungsbedarf. Siehe hierzu von „Pro Igel“: Igel gefunden- was nun?

 

Das Tierheim Erlangen hat eine Igelstation zur Pflege hilfsbedürftiger, kranker Igel. Jährlich werden dort in Einzelboxen mindestens ca. 120 Igel gepflegt und tierärztlich behandelt. Bis zur Auswilderung gesunder Igel muss das Tierheim mindestens 60 Euro/Igel/Monat aufwenden. Gesunde Igel können von Findern mit eigenem Gartengrundstück wieder abgeholt und am ursprünglichem Fundort ausgewildert werden.

 

Das FREIGEHEGE für die IGELPFLEGE

 

Werden Igel spät im Jahr (Oktober/November) gefunden, müssen sie aufgepäppelt und gepflegt werden. Zu diesem Zeitpunkt können sie nicht mehr ausgewildert werden, weil sie bis zum Winterbeginn keinen geeigneten Ort finden, um sich ein Winterquartier zu bauen.

 

Diese Igel werden dann in Freigehegen untergebracht, in denen sie bis zur Winterruhe gefüttert werden. Nach dem Winterschlaf im Mai können sie dann der Natur zurückgegeben werden.

 

Bei großem Bedarf an Freigehegen ist das Tierheim auf Helfer angewiesen, die bereit sind auf ihrem Grundstück Freigehege zu erstellen. Wintergehege für Igel sollten mind. 4m² groß und ausbruchsicher sein. Das Material sollte aus engmaschigem Drahtgeflecht bestehen und im Boden ca. 10 cm tief eingegraben werden. Zur Stabilisierung sind Stäbe durch das Geflecht zu fädeln und in den Boden einzuschlagen. Als Überkletterungsschutz ist der Zaun ist dann oben mind. 5 cm nach innen waagerecht umzubiegen. Idealer Standort für ein Igel-Freigehege ist eine schattige Ecke des Grundstückes.

 

Das Tierheim Erlangen gibt Interessenten auch gerne Hilfestellung bei der Standortsuche, beim Aufbau von Freigehegen und bei der Beschaffung von erforderlichen Schlaf- und Futterhäusern.

 

GESTALTUNG und BETREUUNG der FREIGEHEGE

 

Nach dem Aufstellen der ausbruchsicheren Umzäunung sind je nach Anzahl der Igel die erforderlichen Schlaf- und Futterhäuser aufzustellen. Je nachdem, wie viele Igel untergebracht werden sollen, eines oder mehrere. Hierfür eignen sich alte Holzkisten, die mit einer wetterfesten, abnehmbaren Abdeckung überdeckt werden. Seitlich ist eine Öffnung von ca. 9x9 cm in die Holzkiste zu sägen. In die Kisten legt man eine passgenaue Folie, darüber breitet man Zeitungspapier, auf welches Futter- und Wassernapf gestellt werden. Diese sind dann regelmäßig zu wechseln.

 

Das Schlafhaus, sowie das Futterhaus sind mit Stroh zu füllen (kein Heu!!! die Halme sind zu dünn) Größe der Häuser ca. 40*50 oder 50*60 cm Höhe ca. 30-35 cm.

Die Igel sind bis zu ihrer Winterruhe noch zu füttern. Hierfür eignet sich Katzen-Nassfutter mit Soße und Fleischbrocken. Whiskas oder Kittkat, insbesondere Huhn – Rind – Kaninchen oder Lamm lieben die Igel besonders. Fisch lehnen die Igel ab. Für die Versorgung mit Flüssigkeit ist nur WASSER ZU VERWENDEN!!!, auch im Winter.

Ist es kalt und frostig und die Igel wollen nicht in den Winterschlaf, dann muss das Futter bis auf 0 reduziert werden. Die Winterruhe tritt dann automatisch ein.