Sonntag, 04. März 2018

Wildvögel

 

WILDVÖGEL IN EINEM TIERHEIM???

 

Die Pflege von Wildvögeln ist ein nicht unerheblicher Teil unserer Tierschutzarbeit. Hierbei handelt es sich um Jungvögel, sowie verletzte oder kranke Vögel. Jahr für Jahr bekommen wir zwischen 300 und 400 Wildvögel um die wir uns neben unserer täglichen Tierschutzarbeit kümmern müssen. Besonders wichtig ist, bei den verschiedenen Arten auf das artgerechte, leider sehr teure Futter zu achten, da nur so ein Überleben und die Rückgabe an die Natur gewährleistet werden kann. Gerade Jungvögel, die uns teilweise frisch geschlüpft, also nackt und mit geschlossenen Augen gebracht werden, sind viele Wochen in unserer Pflege, bevor sie langsam, in geeigneten Volieren an die Natur gewöhnt und anschließend in die Freiheit entlassen werden können.

 

Im Folgenden finden Sie Antworten auf die Fragen:

"Was ist zu beachten, wenn man einen Jungvogel findet?"

"Wie wird mit kranken und verletzten Vögeln umgegangen?"

"Wie wird die Wildvogelpflege bewerkstelligt und finanziert?"

WAS ZU BEACHTEN IST, WENN MAN EINEN JUNGVOGEL FINDET:

Nicht jeder Jungvogel ist gleich hilflos. Da die meisten Vogelarten ihr Nest bereits verlassen, bevor sie fliegen können, hopsen sie zunächst noch auf dem Boden herum, verstecken sich im Gebüsch und erklimmen dann niedrige Äste. Durch Rufen macht er seine Eltern auf sich aufmerksam, die dann zur Fütterung kommen. Wenn Sie Zweifel haben, beobachten Sie aus sicherer Entfernung ob Elternvögel kommen. Wenn dies geschieht, lassen Sie den Vogel bitte einfach sitzen. Nur wenn wirklich kein Elternvogel mehr erscheint, ist ein Eingreifen notwendig.

 

Sollte sich ein Jungvogel in Straßennähe verirren, ist es kein Problem ihn anzufassen und in sicheres Terrain umzusetzen. Vögel gehen nicht nach dem Geruch, sie werden ohne Probleme von den Eltern weiter versorgt.

Vor frei laufenden Katzen kann man Jungvögel nur beschützen, wenn sie sich unmittelbar in Gefahr befinden. Ist es die eigene Katze, sollte man diese auf jeden Fall von der Jungvogelbrut fernhalten.

Vögel, die direkt unter Dachziegeln aufwachsen (z.B. Spatzen, Mauersegler,...), klettern bei heißen Temperaturen oft aus ihren Nestern, da sie sonst durch die Hitze sterben würden. Überleben die oft noch nackten Tiere den Sturz und werden gefunden, haben sie eine gute Überlebenschance. 

 

Für nackte Vögel stehen bei uns Brutkästen zur Verfügung um die Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu halten. Je nach Alter des Vogels muss dann im 30-Minuten- bis 2-Stunden-Takt von Sonnenaufgang bis in den Abend hinein gefüttert werden. Ist der Vogel stabil und in der Lage selbständig sein Futter aufzunehmen, reduziert man das zufüttern nach und nach, bis er schließlich ganz futterfest ist. Er kommt nun in eine Auswilderungsvoliere im Außenbereich, in der er anfängt zu fliegen und die Geräusche der Natur kennen zu lernen. Ist dies geschehen, kann die Voliere geöffnet und der Vogel in die Freiheit entlassen werden. Bis er sich vollständig in die Natur zurück gezogen hat, wird außerhalb der Volieren weiterhin Futter bereit gestellt.

 

KRANKE UND VERLETZTE VÖGEL

Zu den unzähligen Aufzuchtsjungvögeln werden uns jährlich auch eine Vielzahl kranker oder verletzter Vögel gebracht. Diese werden, ebenfalls in oft wochenlanger, mühevoller Arbeit, medizinisch versorgt und gepflegt bis sie wieder in einem Zustand sind, in dem auch sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Im Winter können gar keine Vögel in die Freiheit entlassen werden. Nach einem längeren Aufenthalt im warmen Pflegezimmer, wäre das nämlich der sichere Tod für das Tier. So muss eine oft mehrmonatige Unterbringung bis zum Frühjahr sichergestellt werden.

 

WIE WIRD DIE WILDVOGELPFLEGE BEWERKSTELLIGT UND FINANZIERT?

Aufgrund der Vielzahl der uns gebrachten Vögel ist dies ein extrem kosten- und zeitintensiver Bereich. Die entstehenden Kosten für Aufzucht, tierärztliche Behandlungen und die Pflege der Tiere werden durch Tierheimmittel finanziert. Die zeitintensive und mühevolle Pflegearbeit muss von Tierheimmitarbeitern, neben der Pflege der „normalen“ Tierheimtiere übernommen werden. 

 

Um diese ebenso wichtige Tierschutzarbeit mit den Wildvögeln leisten zu können, sind wir für jegliche Unterstützung dankbar.

 

Wer uns finanziell helfen möchte findet unsere Bankverbindung auf der Vorderseite; für „tatkräftige“, ehrenamtliche Hilfe melden Sie sich einfach telefonisch im Tierheim.