Donnerstag, 21. Dezember 2017

Herzlichst Eure Tiga

 

ich wollte mich mal bei Euch melden und berichten wie es mir geht.

Also: es geht mir GUT! Ich bin jetzt schon seit 5 Wochen in meiner neuer Familie und der erste Allergieschub, auf den alle gewartet haben, ja der hat sich noch immer nicht eingestellt. Noch habe ich ja Cortison intus, Ende Oktober bei Euch gespritzt, aber so langsam sollte die Wirkung auch abklingen. Bisher so gut wie keine Juckerei. Von mir aus kann das auch mal ruhig so bleiben, mich hat es lange genug gezwickt und gezwackt.

 

Hier in meinem neuen Zuhause wohnt ja ein hausstaubmilbenallergisches Mädchen, und hier ist echt bis zum letzten Sofakissen alles so milbendicht saniert wie das in unseren Breiten möglich ist. Kissen, Matratzen, Decken alles steckt in milbendichten Überzügen. Es wird regelmäßig alles durch die Waschmaschine geschleust was irgendwie waschbar ist und was 60Grad nicht ab kann hat Pech gehabt.

Auch das Kuschelkissen in meinem neuen Kratzbaum-Thron hat ein Encasing verpasst bekommen, das Sofa ist eh aus Leder, Zimmerpflanzen gibt es nicht, wischfeste Böden sowieso. Alles ist nach allen Regeln der Kunst saniert. Uns beiden Hausstaubmilben-Allergikern geht es ganz prima damit, so milbenarm. 

"Milbenfrei" ginge auch, aber da müssten wir alle umziehen in die Berge, das wollen wir nicht. Ab 1400 Meter hat es sich ausgemilbt - meine neue Familie verbringt immer die Urlaube in den Bergen. Aber da fahre ich eh nicht mit.

 

Was die Futtermilben betrifft lautet das Geheimnis: EINFRIEREN. Hihi, der Gefrierschrank meiner Familie ist VOLL. Voll Katzenfutter nämlich. Portionsweise. In Ziplocktüten. Das überlebt keine Milbe. 

Gut, wenn das Futter vor dem Gefrierer mit Milben verunreinigt ist, sind nach dem Einfrieren natürlich die Milbenleichen und somit das Allergen immernoch drin. Aber zumindest können sich im Gefrierschrank keine Milben ansiedeln - und schon gar nicht vermehren. Und wie's aussieht war der erste Beutel Royal Canin, von dem wir augenblicklich futtern, clean. Und aufgetaut sind unsere Portiönchen innerhalb von 1 Stunde, die hängen immer zum Auftauen am Griff vom Küchenschrank (meistens nen halben Tag).

Der hauseigene Opa-Kater, mein neuer WG-Genosse, frisst übrigens hypoallergenes Futter sehr gerne und kriegt auch nichts anderes mehr, so dass ich ihm klauen kann soviel ich will, da kann schonmal nix schiefgehen.

Am Anfang war mein neuer Katerkumpel nicht wirklich begeistert dass ich jetzt da bin, und die ersten 3 Wochen durften wir auch nur unter menschlicher Aufsicht zusammensein. Inzwischen hat er aber begriffen dass ich in friedlicher Absicht gekommen bin und lässt mich in Ruhe,  so dass ich auch nicht mehr im Katzenzimmer eingesperrt sein muss wenn meine Menschen außer Haus sind. Die große Liebe ist es nicht, aber er hat mich akzeptiert und geht mich nicht mehr an. Ist ja auch schonmal was.

Jetzt habe ich ein ganzes Haus, so viel Platz! Und die einzige verschlossene Türe ist die nach draußen.

Letzte Woche durfte ich zum ersten Mal in den Keller, das hat mich dann das oben bereits angedeutete halbe Allergieschüberle gekostet - weil so ganz milbendicht ist der Keller da unten natürlich nicht. Über den Augen wurde mein Fell etwas licht und die Haut hat ganz leicht angefangen zu nässen. Nachdem ich am ersten Tag viel da unten rumgeschnuppert habe fing das direkt an, aber soooo interessant ist es da auch nicht (und außerdem kalt), so dass ich jetzt gar nicht mehr so oft unten bin. Und das halbe Schüberle war direkt am übernächsten Tag wieder weg. Gut so, weil mein  Katerkumpel ist happy dass er wieder uneingeschränkten Zugang zu seinem Keller hat. Er kugelt gerne da unten rum wenn er seine Ruhe haben will. Opa halt. Eigentlich Uropa, er wird immerhin im nächsten Sommer schon 20 Jahre alt.

 

Letzte Woche waren wir bei meiner neuen Tierärztin, sie ist auch Tierheilpraktikerin und zuversichtlich dass wir meine Allergien in den Griff kriegen. Sie hat mir 3 homöopathische Hochpotenzen verpasst, die bekomme ich jetzt jeden Tag ins Futter, einen ganzen Monat lang. "Weg" wird die Allergie und das eosinophile Granulom nie gehen, aber wenn ich soweit stabil sein könnte dass ich mich nicht immer und immer wieder einen allergischen Schub bekomme, das wäre ja schonmal mehr als toll (und eigentlich alles, was man sich als Allergiker nur wünschen kann). Das halbe Schüberle könnte nebenbei bemerkt auch eine Erstverschlimmerung auf die Hochpotenzen sein, das werden wir nie rausfinden.

 

Und wenn wir das hinbekommen mit dem "stabil werden" und mit ein bisschen Glück darf ich auch irgendwann wieder Freigänger sein. Das hat meine neue Tierärztin gesagt. GUTE FRAU, ich gelobe feierlich dass ich immer total kooperativ sein werde wenn wir bei ihr sind.

 

Ihr Lieben, bei Euch ging es mir schon auch ganz gut und ihr wart immer nett zu mir, aber wiederkommen ins Tierheim tu ich nie nie nie mehr. Ich bleibe hier, so lange ich lebe, das hat mir meine neue Familie fest versprochen. Und ich werde einen Teufel tun und dem widersprechen!

 

Ich schick Euch viele Weihnachtsgrüsse,

mein ganz persönliches kleines Weihnachtswunder habe ich bereits erlebt.